Summer School 2025

Auch im Jahr 2025 fand die mittlerweile dritte Summer School des Forschungskollegs Data2Health statt. Ziel der dreitägigen Veranstaltung war es, aktuelle Promotions- und Forschungsarbeiten vorzustellen sowie von der Expertise der eingeladenen Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft, Industrie und Praxis zu profitieren. Thematisch stand die datengetriebene Gesundheitsforschung im Spannungsfeld von Künstlicher Intelligenz, IT-Sicherheit, Ethik und medizinischen Anwendungen im Mittelpunkt. Die Summer School wurde an den verschiedenen Hochschul-Standorten in Remagen und Koblenz durchgeführt.

Tag 1 – Dienstag, 01.07.2025

Der erste Tag der Summer School fand am Standort Remagen statt und begann mit einer Reihe Fachvorträge aus der medizinischen Datenanalyse und KI-Forschung. Den Auftakt bildete, nach einer kurzen Begrüßung durch Prof. Dr. Maik Kschischo und Prof. Dr. Wolfgang Kiess, ein Vortrag von Frau Rebecca Fröhlich und Dr. Sebastian Scharf von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zur dynamischen Risikoprädiktion nach Stammzelltransplantationen. Dabei wurde gezeigt, wie datengetriebene Modelle zur verbesserten Prognose klinischer Verläufe beitragen können.

Anschließend stellte Zyad Husni von der Hochschule Koblenz Ansätze erklärbarer Künstlicher Intelligenz zur Analyse von Hautläsionen vor. Der Vortrag verdeutlichte die Bedeutung transparenter KI-Modelle insbesondere in sensiblen medizinischen Anwendungsfeldern. Darauf folgte die Präsentation der Telemedizinplattform „RareLink“ durch Herrn Artur Schens und Herrn Tobias Hastenteufel von der Qurasoft GmbH, die digitale Unterstützung für Patientinnen und Patienten mit seltenen Erkrankungen in den Fokus stellte.

Auch der Einsatz datengetriebener Technologien in der Versicherungswirtschaft wurde thematisiert, hierzu referierten Herr Oliver Klass und Herr Robin Kühlem von der Debeka bzw. DICE und gaben Einblicke in den Einsatz von Conversational Agents in sensiblen, datenbasierten Kontexten.

Nach der Mittagspause präsentierte Jennifer Wendland von der Universität Koblenz ihre Arbeiten zur Verlaufsprädiktion mithilfe sogenannter Neural Ordinary Differential Equations. Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Vortrag von Matthias Hoesch von der Universität Trier, der sich mit Fragen der Erklärbarkeit und Ethik von KI-Systemen beschäftigte und damit einen wichtigen reflektierenden Akzent setzte.

 

Tag 2 – Mittwoch, 02.07.2025

Der zweite Tag der Summer School fand am RheinMoselCampus der Hochschule Koblenz statt. Er begann mit einem Vortrag von Prof. Dr. Luigi Lo Iacono von der Universität Gießen zum Thema IT-Sicherheit.

Im Anschluss referierte Dr. Benjamin Engelhardt von der AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG über den Einsatz von Machine Learning und Systembiologie im Bereich der modellinformierten Medikamentenentwicklung und gab dabei eine praxisnahe Industrieperspektive.

Nach der Kaffeepause stellte Holger Reinhoff von der Digital Health Systems GmbH das Projekt FLEXDOSE vor, das sich mit personalisiertem Medikamentendruck mithilfe von 2D- und 3D-Drucktechnologien befasst. Darauf folgte ein Vortrag von Dr. Tobias Alt-Veit von der Insiders Technologies GmbH zu Chancen und Herausforderungen großer Sprachmodelle in der Dokumentenautomatisierung.

Am Nachmittag sprach Christopher Latz von der Universität Koblenz über die Rolle von Daten in resilienten, sicheren und vertrauenswürdigen KI-Anwendungen im Gesundheitswesen. Den letzten Fachvortrag des Tages hielt Prof. Dr. Lukas Scheef von der Hochschule Koblenz zu Chancen und Herausforderungen von Mikronadeltechnologien in der präventiven Medizin.

Am Abend fand eine zentrale Netzwerkveranstaltung in der Hauptverwaltung der Debeka Versicherungen statt. Nach der Begrüßung durch Dr. Normann Pankratz (Vorstand Debeka) folgten Grußworte von Ministerialdirektorin Katharina Heil (Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz) sowie Impulse der Präsidenten der Universität und der Hochschule Koblenz zur Digitalisierung im Gesundheitswesen. Eine anschließende Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik vertiefte die Diskussion. Den Abschluss bildeten ein Networking sowie eine Posterausstellung der Doktorandinnen und Doktoranden des Forschungskollegs.

Tag 3 – Donnerstag, 03.07.2025

Der dritte Tag der Summer School widmete sich insbesondere infrastrukturellen und sicherheitsrelevanten Aspekten digitaler Gesundheitsanwendungen. Den Auftakt machte Dr. Jens Putzka von der Security Research & Consulting GmbH (SRC) in Bonn, mit einem Vortrag zur Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen. Dabei wurden unter anderem die elektronische Patientenakte sowie die Potenziale der Infrastruktur für Forschungsvorhaben und Kosteneffizienz beleuchtet.

Im Anschluss stellte Frau Klara Krämer vom IDG-Institut für digitale Gesundheitsdaten Rheinland-Pfalz in Mainz, Ansätze zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Krebsregistern vor. Der Vortrag zeigte, wie KI-Verfahren zur Analyse, Qualitätssicherung und besseren Nutzbarkeit von Registerdaten beitragen können und welchen Mehrwert strukturierte Krebsregisterdaten für Forschung und Versorgung bieten.

Nach der Kaffeepause sprach Dr. Melanie Ludwig vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn, über den sicheren Zugang zu Gesundheitsdaten für Forschungszwecke. Sie stellte das Health Data Lab vor und erläuterte, wie durch standardisierte Prozesse, technische Schutzmaßnahmen und klare Governance-Strukturen eine datenschutzkonforme Nutzung sensibler Gesundheitsdaten ermöglicht wird.

Darauf aufbauend präsentierte Herr Daniel Schmitz von der Universitätsmedizin Mainz die Datenintegrationszentren der Medizinformatik-Initiative. Im Fokus standen harmonisierte Real-World-Daten als Grundlage für medizinische Forschung sowie die Herausforderungen und Lösungsansätze bei der Integration heterogener klinischer Datenquellen über Institutionsgrenzen hinweg.

Nach der Mittagspause stellte Duaa Elsofi von der Universität Koblenz ihr Projekt vor, und sprach über hybride Netzwerkarchitekturen zum Schutz sensibler Gesundheitsdaten und thematisierte das Spannungsfeld zwischen Effizienz, Sicherheit und Vertrauen in datengetriebenen Systemen.

Anschließend präsentierte Konrad Junkes von der Hochschule Koblenz seine Arbeiten zur technologieunabhängigen Identifikation drahtloser Geräte und zeigte auf, wie entsprechende Verfahren zur sicheren Vernetzung im medizinischen Umfeld beitragen können. Der abschließende Austausch ermöglichte eine vertiefte Diskussion über zukünftige Forschungsansätze.

Den Abschluss des dritten Tages bildete eine gemeinsame Wanderung in den Metternicher Weinbergen mit anschließender Weinprobe beim Weingut Schwaab. In entspannter Atmosphäre bot sich dabei Gelegenheit für informellen Austausch und Networking.