Am 22. und 23. Oktober 2026 fand an der Universität Koblenz der Health Data Intelligence Workshop in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Usher Institute der University of Edinburgh statt. Im Rahmen der Data2Health-Forschungsaktivitäten bot die Veranstaltung eine Plattform für den internationalen wissenschaftlichen Austausch zu den Potenzialen Künstlicher Intelligenz und Datenwissenschaft für medizinische Anwendungen. Neben Forschenden aus der Informatik und verwandten Fachgebieten nahmen auch Mediziner aus dem Raum Koblenz sowie Vertreter des Bundeswehrzentralkrankenhauses Koblenz teil. Dadurch waren sowohl die informationstechnische als auch die medizinische Perspektive vertreten.
Im Mittelpunkt des Workshops stand die Frage, wie medizinische Daten für die Entwicklung zuverlässiger und leistungsfähiger KI-Anwendungen genutzt werden können. Das Programm umfasste Fachvorträge zu verschiedenen Anwendungsfeldern, darunter die klinische Entscheidungsunterstützung, KI-gestützte Diagnostik, die Vorhersage medizinischer Krankheitsverläufe sowie die personalisierte Medizin. Darüber hinaus wurden Herausforderungen bei der Verarbeitung und Analyse von Gesundheitsdaten und die verantwortungsvolle Integration KI-basierter Verfahren in die medizinische Praxis thematisiert.
Einen Beitrag zur klinischen Entscheidungsunterstützung leistete Prof. Maik Kschischo mit seinem Vortrag „Causal Machine Learning for Clinical Decision Support“. Im Mittelpunkt stand der Einsatz kausaler Machine-Learning-Methoden, die Zusammenhänge in medizinischen Daten untersuchen und damit die Entwicklung datenbasierter Entscheidungen in der klinischen Praxis unterstützen können.
Auch die Rahmenbedingungen für die Nutzung medizinischer Daten wurden thematisiert. Prof. Jan Jürjens referierte über „European Health Data Spaces“ und damit über europäische Ansätze zum sicheren Austausch und zur Nutzung von Gesundheitsdaten für die medizinische Versorgung und Forschung.
Ergänzend dazu beleuchtete Prof. Dr. Andreas Mauthe in seinem Vortrag „What is in a Data Set? Limitations and Opportunities in Regulation Conform Data Processing“ die Herausforderungen und Potenziale einer datenschutzkonformen Datenverarbeitung. Die Verfügbarkeit, Qualität und rechtlich zulässige Nutzung medizinischer Daten bilden wesentliche Voraussetzungen für belastbare Forschungsergebnisse und die Entwicklung zuverlässiger KI-Systeme im Gesundheitswesen.
Neben den Fachvorträgen bot der Workshop umfangreichen Raum für Diskussionen und die Entwicklung gemeinsamer Forschungsideen. Der Austausch zwischen universitären Forschenden und Medizinern ermöglichte es, technische Fragestellungen mit den Anforderungen der medizinischen Praxis zu verbinden. Daraus ergaben sich wertvolle Diskussionen und neue Impulse für mögliche Forschungskooperationen. Ziel war es, gemeinsame Projektideen zu entwickeln und Perspektiven für internationale Kooperationen sowie mögliche EU-Projektanträge auszuloten.
Der Workshop unterstrich die Bedeutung der interdisziplinären und internationalen Zusammenarbeit für die Weiterentwicklung KI-gestützter medizinischer Anwendungen. Für Data2Health und seine Kollegiatinnen und Kollegiateion eröffnete der Austausch neue Perspektiven, um Fragestellungen rund um medizinische Daten, Datenschutz, Data Science und Künstliche Intelligenz gemeinsam mit internationalen Partnern voranzutreiben und Potenziale für zukünftige Forschungskooperationen auszuloten.