Am 02.10.2026 fand an der Hochschule Koblenz eine weitere Forschungswerkstatt statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Austausch über den aktuellen Stand der Promotionsvorhaben der fünf Promovierenden des Forschungskollegs.

Die Promovierenden präsentierten den Fortschritt ihrer jeweiligen Promotionsprojekte und gaben Einblicke in ihre bisherigen Erkenntnisse sowie die nächsten geplanten Arbeitsschritte.

So beschäftigt sich Osamah Sufyan mit der automatischen Segmentierung abdominaler Aortenaneurysmen einschließlich des Thrombus in CT-Angiografien mithilfe anatomieinformierter Deep-Learning-Methoden. Unter der Betreuung von Dr. Ralph Wickenhöfer wurde zunächst ein Datensatz mit 20 Fällen annotiert und ein U-Net entwickelt, das anatomische Vorinformationen aus TotalSegmentator berücksichtigt. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Einbeziehung dieser Informationen die Segmentierungsleistung auch bei begrenzten Trainingsdaten verbessern kann. Inzwischen wurden die Experimente auf 44 Patienten erweitert und sowohl faltungsbasierte neuronale Netze als auch Vision Transformer untersucht. Durch die Verwendung einer Signed Distance Map konnte der beste mittlere Dice-Wert auf 0,913 gesteigert werden. Während der Forschungswerkstatt wurden diese Ergebnisse vorgestellt und die weiteren Forschungsschritte diskutiert. Dazu zählen insbesondere die Erweiterung des Datensatzes auf etwa 60 Patienten, eine klinisch relevante dreidimensionale Auswertung, die Validierung anhand externer Datensätze sowie die Vorbereitung einer wissenschaftlichen Zeitschriftenveröffentlichung.

Anchal Dua beschäftigt sich mit der Konzeptualisierung von Datensozialität (Data Sociality) im Kontext des Gesundheitswesens und digitaler Gesundheitsdatenökosysteme. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung soziologischer und interdisziplinärer Perspektiven, um zu verstehen, wie Daten durch soziale Prozesse geprägt, interpretiert, genutzt und in unterschiedlichen Kontexten verändert werden. Parallel dazu arbeitet sie an einer wissenschaftlichen Publikation zur Datensozialität, die eine theoretisch fundierte konzeptionelle Grundlage für die weiteren Phasen ihres Promotionsvorhabens schaffen soll.

Konrad Junkes beschäftigt sich im Rahmen des Forschungskollegs mit der Entwicklung und Evaluation eines lernbasierten LoRa-Empfängers. Ziel seiner Forschung ist es, überlagerte Funksignale auch bei Paketkollisionen zuverlässig zu erkennen und zu dekodieren. Hierzu untersucht er derzeit verschiedene Ansätze, die klassische Signalverarbeitungsverfahren mit Methoden des maschinellen Lernens kombinieren. Die entwickelten Verfahren werden unter unterschiedlichen Kanal- und Interferenzbedingungen analysiert, um ihre Leistungsfähigkeit und Robustheit zu bewerten.

Christopher Latz untersucht den Einsatz künstlicher Intelligenz im Umgang mit medizinischen Daten. Dabei beschäftigt er sich insbesondere mit möglichen Verzerrungen (Bias) in medizinischen Datensätzen sowie mit der Generierung synthetischer Daten. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in zwei wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht werden. Eine davon befasst sich mit Bias in medizinischen Datensätzen, während die zweite einen Vergleich zwischen Generative Adversarial Networks (GANs) und Large Language Models (LLMs) zur Erzeugung synthetischer Daten untersucht.

Duaa Elsofi beschäftigt sich mit der Entwicklung sicherer und datenschutzkonformer digitaler Gesundheitsinfrastrukturen. Ein zentraler Forschungsschwerpunkt liegt auf der Konzeption und Evaluation sogenannter Confidential Healthcare Networks, die eine sichere Verarbeitung und Übertragung sensibler Gesundheitsdaten ermöglichen sollen. Hierzu untersucht sie insbesondere hybride Netzwerkarchitekturen. Ergänzend dazu entwickelt sie ein LLM-gestütztes Framework zur automatisierten Überprüfung von Sicherheits- und Datenschutzanforderungen. Dieses ermöglicht es, natürlichsprachlich formulierte Anforderungen aus Sicherheitsstandards und technischen Spezifikationen in überprüfbare Bedingungen zu überführen, geeignete Sicherheitstests zuzuordnen und deren Ergebnisse für eine nachvollziehbare Konformitätsbewertung auszuwerten. Die aktuellen Arbeiten konzentrieren sich auf die Weiterentwicklung und Evaluation des Frameworks sowie die wissenschaftliche Veröffentlichung der Forschungsergebnisse.
Ergänzt wurde das Programm durch einen weiteren Fachvortrag von Maximilian Dietrich, einem Mitglied der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Wolfgang Kiess. Dieser bot zusätzliche fachliche Perspektiven und lieferte weitere Impulse für den wissenschaftlichen Austausch.
Ein besonderer Schwerpunkt der Forschungswerkstatt lag auf den anschließenden Diskussionen, in denen die vorgestellten Forschungsvorhaben gemeinsam reflektiert und weiterentwickelt wurden. Dabei eröffneten sich neue Perspektiven auf bestehende Fragestellungen und es wurden mögliche Anknüpfungspunkte für weiterführende Untersuchungen identifiziert. Darüber hinaus entstanden Ideen für potenzielle wissenschaftliche Publikationen, die im weiteren Verlauf der Promotionsvorhaben ausgearbeitet werden könnten.

Die Forschungswerkstatt unterstrich damit erneut die Bedeutung des interdisziplinären Austauschs und der kollegialen Zusammenarbeit für den wissenschaftlichen Fortschritt. Insbesondere die unterschiedlichen fachlichen Perspektiven aus Informatik, Medizin, Technik und Sozialwissenschaften verdeutlichten das Potenzial der interdisziplinären Forschung innerhalb des Forschungskollegs Data2Health.