Aufbauend auf dem ersten Workshop zum wissenschaftlichen Schreiben im Mai 2026 fand am 06.08.2026 eine weitere vierstündige Forschungswerkstatt an der Universität Koblenz statt. Unter der Leitung von Dr. Vera Spitzer von der Universität Koblenz wurde der Fokus auf die Analyse und Synthese wissenschaftlicher Literatur sowie auf die qualitative Inhaltsanalyse gelegt. Prof. Dr. Maria A. Wimmer und Prof. Dr. Andreas Mauthe nahmen ebenfalls an der Veranstaltung teil und bereicherten den Workshop mit wertvollen fachlichen Impulsen und Beiträgen. Teilgenommen haben Doktorandinnen und Doktoranden des Forschungskollegs Data2Health der Fachbereichs Informatik (FB4) der Universität Koblenz sowie Mitglieder der Fachbereiche Mathematik und Technik (MuT) und Ingenieurwesen (IW) der Hochschule Koblenz sowie assoziierte Promovierende.
Im ersten Teil des Workshops ging es um systematische Literaturreviews und transparente Berichterstattung. Dabei wurden unter anderem das PRISMA-Framework, die Entwicklung geeigneter Suchstrategien und Suchstrings sowie die Dokumentation des Such- und Auswahlprozesses behandelt. Die Teilnehmenden diskutierten außerdem typische Herausforderungen und Fehler bei PRISMA-basierten Literaturreviews.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie ein Literaturkorpus nach der Recherche systematisch analysiert und zusammengeführt werden kann. In diesem Zusammenhang wurde der konzeptzentrierte Review-Ansatz Nach Webster und Watson vorgestellt. Im Mittelpunkt stand dabei die Organisation der Literatur anhand zentraler Konzepte und Themen. Die Teilnehmenden diskutierten, wie sich auf diese Weise Gemeinsamkeiten, Unterschiede und wiederkehrende Themen in verschiedenen Publikationen herausarbeiten lassen.
Anschließend wurde die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring als Ansatz zur systematischen Auswertung eines Literaturkorpus behandelt. Dabei ging es insbesondere um die Entwicklung von Kategorien, die Codierung von Textmaterial und die anschließende strukturierte Analyse. Ergänzend erhielten die Teilnehmenden eine praktische Einführung in MAXQDA als ein Beispiel Tool-gestützter Kodierung durch qualitative Inhaltsanalyse. Dabei wurde gezeigt, wie Literatur organisiert, codiert und für die weitere Analyse ausgewertet werden kann.
Wichtige Bestandteile des Workshops waren vier praktische Übungen, die jeweils an die vorherigen methodischen Diskussionen anschlossen. Die Teilnehmenden konnten dadurch die vorgestellten Ansätze direkt anwenden. Die Übungen umfassten verschiedene Schritte des Forschungsprozesses, von der Entwicklung einer Literaturrecherche über die Analyse und Strukturierung von Literatur bis hin zur qualitativen Codierung und Arbeit mit MAXQDA.
Mit der Veranstaltung wurde die im Mai begonnene Workshop-Reihe zum wissenschaftlichen Schreiben inhaltlich fortgeführt und vertieft. Während der erste Workshop stärker auf die Entwicklung und Strukturierung eines wissenschaftlichen Beitrags ausgerichtet war, lag der Schwerpunkt diesmal auf der systematischen Bearbeitung und Auswertung wissenschaftlicher Literatur. Die Verbindung von methodischen Impulsen, Diskussionen und praktischen Übungen bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, die behandelten Methoden auf ihre eigenen Forschungs- und Publikationsvorhaben zu beziehen.